DNS für Internet-Zugang einrichten
Erstellt am 1. April 2000 von Rainer
Gerhards.
Wird ein Windows 2000 Server mit Active Directory im Standard-Setup
eingerichtet, ist anschließend oftmals keine DNS-Namensauflösung für
Internet-Namen mehr möglich. Der Grund dafür liegt in einer Voreinstellung
der Wizards.
Hintergrund und Problemstellung
Voraussetzung für Active Directory ist ein korrekt eingerichteter DNS Server
(Hintergründe hierzu im Artikel "Active Directory und DNS").
Aus diesem Grunde richtet der Active Directory Installations Wizard (dcpromo.exe)
bei der Installation des Active Directory auch gleich einen DNS-Server mit ein.
Dabei wird eine harmlos aussehende Frage gestellt. Naämlich die, ob der
Benutzer den DNS-Server zum "Root-Server" machen möchte. Der
Vorschlagswert ist "Ja".
Wird dieser Vorschlagswert akzeptiert, ist der DNS-Server der Meinung, für
das gesamte "Internet" zuständig zu sein. DNS-Root-Server sind
nämlich die Haupt-Server, die innerhalb des realen Internet die Verweise zu den
Top-Level-Domänen (z. B. .COM, .DE, .CH, .NET) beinhalten. Wird nun der eigene
Windows 2000 Server zum Root-Server erklärt, so fragt er nicht mehr bei den
"echten" Root-Server nach. Da der eigene Server natürlich keine
Informationen über die realen Top-Level-Domänen beinhaltet, ist er nicht in
der Lage, Internet-Namen aufzulösen. Versucht man nun z. B. im Browser auf eine
Web-Site zuzugreifen, erscheint die Fehlermeldung "Host nicht
gefunden".
Wie erkennt man diese Fehlkonfiguration?
Uns bekannte Domänen-Namen lauten z. B. Microsoft.com oder
Win2K-Reporter.de. Aber auch die Root-Domäne hat einen Namen, und zwar das
Zeichen Punkt "." (ja, wirklich nur den Punkt). Um festzustellen, ob
der DNS-Server sich für die Root-Domäne zuständig fühlt, muss einfach nur
der DNS-Manager gestartet werden. Die folgende Hardcopy zeigt ein typisches
Bild, wenn die Root-Domäne eingetragen ist (rot gekennzeichnet).

DNS-Server mit Root-Domäne
Ist der Eintrag so wie oben im Bild vorhanden, ist die
Problemquelle erkannt.
So wird's korrigiert
Die Korrektur ist nun denkbar einfach: einfach die Root-Domäne löschen!
Dazu wird der Punkt markiert und die Domäne anschließend gelöscht. Das geht
über das Menü oder einfach durch Betätigen der Entfernen-Taste. Der
DNS-Manager fragt dann sicherheitshalber noch einmal nach:

Dies mit OK bestätigen. Nun ist die Root-Domäne gelöscht. Der DNS-Server
weiß jetzt, dass er nur noch die direkt bei ihm selbst eingetragenen Domänen
besitzt. So wird er im obigen Beispiel nur noch Anfragen nach pkl.adiscon.com
selbst beantworten.
Auflösung von Internet-Namen
Bleibt die Frage, wie er denn nun Internet-Namen auflösen kann. Dazu gibt es
prinzipiell zwei Möglichkeiten: entweder er kontaktiert selbst die echten
Root-Server oder aber er nutzt einen sogenannten "Forwarder". Welche
Methode verwendet wird, entscheidet eine Einstellung des DNS-Servers. Dazu im
DNS-Manger den Server markieren (im Beispiel PKLSRV) und rechts klicken. Im
Kontextmenü "Eigenschaften" auswählen. Es erscheint eine Dialog-Box,
dort die Registerkarte "Forwarder" anklicken.

Ist "Enable Forwarders" eingeschaltet, so befragt der eigene
DNS-Server andere Server, um den Namen aufzulösen. Deren Adressen sind in der
großen Listbox angegeben (im Beispiel 172.16.0.1). Typischerweise sollten hier
die Adressen der DNS-Server des Providers eingetragen werden.
Die Verwendung von Forwardern ist empfehlenswert. Die
Provider-DNS-Server haben im Regelfall schon eine große Anzahl von DNS-Namen im
Cache, die Namensauflösung erfolgt somit erheblich schneller, als wenn der
eigene Server selbst die gesamte Arbeit übernehmen muss. Außerdem wird der
DNS-Server des Providers (hoffentlich...) schneller an das Internet angebunden
sein, als der eigene. Selbst wenn er bei den Root-Servern nachfragen muss,
sollte das über den Provider Server also eigentlich schneller gehen.
Wer dennoch keinen Forwarder einsetzen möchte, muss "Enable Forwarders"
abschalten. In diesem Fall macht sich der eigene DNS-Server selbst auf die
Suche. Dazu muss er die Root-Server ansprechen, benötigt also deren IP-Adressen.
Diese erfährt er auf wenig geheimnisvolle Weise: sie werden von Microsoft
mitgeliefert. In den Eigenschaften finden sie sich auf der Registerkarte "Root
Hints":

Wer möchte, kann hier auch Adressen hinzufügen bzw. ändern. Wer das macht,
sollte allerdings ganz genau wissen, was er tut. Sonst kann es ganz schnell
wieder mit der Namensauflösung vorbei sein....
Mein Ratschlag daher: Finger weg - normalerweise sind hier keine Änderungen
erforderlich!
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