Artikel  
 

Syslog

Artikel geschrieben 2002-11-28 von Rainer Gerhards.

Was ist Syslog?

Syslog ist zunächst einmal nur ein Datenübertragungsprotokoll. Darüber hinaus ist es aber auch eine Art Konzept:

Die Idee hinter Syslog ist, dass wichtige Systemmeldungen an einer zentralen Stelle gesammelt werden sollten. Solche Meldungen umfassen z. B. Eindringversuche von Hackern, sich ankündigende Hardwaredefekte oder auch einfach nur Informationen über das Volumen des über einen Router fließenden Datenstroms. Alle diese Informationen sind für einen Systemadministrator sehr hilfreich - sei es, um Störungen frühzeitig zu erkennen oder das Netz gegen Angriffe von Außen zu schützen.
Die "Syslog-Idee" ist es nun, dass (möglichst) alle Netzwerkgeräte solche Meldungen an eine (oder wenige) zentrale Stellen schicken. Dort können Sie dann gesammelt und ausgewertet werden. Diese zentrale Stelle wird oft "Loghost" oder "Log Archiv" genannt. Dort können dann auch umfangreichere Auswertungen und Archivierungen vorgenommen werden.

Unter dem Namen "Syslog" werden also oftmals gleich drei - eigentlich verschiedene - Komponenten verstanden:

  • Die Meldung sendenden Geräte und Programme (die "Sender")
  • Das eigentlich Syslog-Protokoll
  • Die Speicherung der Meldungen (die "Empfänger")

Oft kommt es auch zu einer gewissen Verwirrung durch die Verwendung des Begriffs für eigentlich unterschiedliche Dinge.

Das Syslog-Protokoll selbst beschreibt lediglich, wie die Daten vom Sender 
(z. B. Router) zum Empfänger (z. B. Archiv) gelangen. Es werden die zu verwendenden Formate bestimmt. Das Protokoll bietet jedoch keine Unterstützung dafür, den "Sinn" einer Meldung zu erfassen. Denn es ist leider nicht genormt, welchen Inhalt ein Syslog-Paket haben sollen, wenn beispielsweise ein fehlgeschlagener Login erkannt wird. Hier steht jedem Hersteller eine ganz eigene Implementierung frei. Die Norm selbst sagt lediglich aus, dass eine Syslog-Meldung im wesentlichen aus einem (für einen Menschen verständlichen) Text mit maximal ca. 1000 Zeichen bestehen soll. Mehr leider nicht...

 

Aufbau

Der Hauptbestandteil der Meldung besteht aus Text. Weiterhin beinhaltet die Meldung die Priorität und die Facility. Weiterhin werden übermittelt der Absenderdienst und der Host.
Bei RFC kompatiblen Geräten wird auch ein Zeitstempel eingefügt.  

Die maximal unterstützte Größe der einzelnen Meldung beträgt 1024 Byte.

Protokollstruktur

         ---------- Hardware ---------

         -------------- IP ------------

         ------------ UDP ------------

         ----------- Syslog -----------

Text

Ausgabe von Meldungen, Warnungen und Fehlern.

Priorität

Unterschieden wird hier in folgenden Stufen:

emerg  = Sehr schwerer Fehler, Ausfall
alert  = Schwerer Fehler, der sofortige Aktionen erfordert
crit = Fehler, kritischer Zustand, Teilausfall  
err   = Normale Fehler, Störungen  
warning = Warnungen
notice = Normale Meldung, wichtig
info = Normale Meldung, Information
debug = meist unbedeutende Informationen  

Facility

Kern = Kernelnachrichten, Hardwaremeldungen  
User = Usernachrichten, Benutzersystem 
Mail = Mailmeldungen 
Daemon = Meldungen zu verschiedenen Daemonen, allgemeine Dienste  
Syslog = eigene Syslog-Meldungen  
Lpr = Meldungen zum Druckersystem  
 News = Meldungen des Newssystems  
UUCP = Meldungen des Unix-Unix-Copy
Cron = Meldungen der Cronjobs  
Authpriv = Autorisierungsmeldungen
Local = Reserviert für den eigenen Bedarf Local 0 - 7  

Nutzen aus Priorität und Facility

Durch entsprechende Konfiguration kann man zielgerichtet Meldungen getrennt erfassen und unterschiedlich ausgeben lassen.

Absenderdienst und Host

Die Information der sendenden Hardware wird erfasst.

Zeitstempel

Bei RFC-kompatibler Hardware kann Monat, Tag und Uhrzeit enthalten sein.
Nachteil: Keine Jahresangabe und keine Berücksichtigung von Zeitzonen u.ä.

Sicherheit

Da Syslog auf dem UPD-Protokoll aufbaut, werden Syslog-Meldungen gesendet ohne zu prüfen, ob diese auch empfangen werden. Bei hoher Netzauslastung gehen so manchmal Nachrichten verloren ohne dass der Sender es bemerkt.


Arbeiten mit Syslog

Die "Sender" erzeugen Meldungen, die in Ihrem Format dem Syslog-Protokoll entsprechen. Wie schon gesagt, verwendet jeder Sender seine ganz eigenen Meldungstexte - je nach Hersteller gibt es hier leider sehr unterschiedliche Textinhalte.

Die Empfänger wiederum empfangen Syslog-Meldungen. Sie werden als Syslog-Server oder auch Syslog-Daemon bezeichnet - letzteres als Tribut an die UNIX-Umgebung, in der Syslog ursprünglich entwickelt wurde. Je nach Leistungsumfang des Empfängers kann dieser die Meldungen dann lediglich speichern oder auch z. B. komplexe Operationen ausführen. So ist es beispielsweise denkbar, dass bei Attacken auf die Netzwerksicherheit Warnmeldungen an das Funktelefon eines Administrators gesendet werden und außerdem gewisse Dienste beendet oder gestartet werden. Die Leistungsfähigkeit der Syslog-Empfänger unterscheidet sich stark von Hersteller zu Hersteller. In Unix ist ein kleiner "Syslog-Daemon", Syslogd, enthalten. Er kann einkommende Meldungen ins Dateisystem speichern. Unter Windows wird kein Syslog-Server mitgeliefert. Hier ist also auf jeden Fall eine zusätzliche Software erforderlich, also auch dann wenn nur das simple Speichern in eine Datei gewünscht ist.

Es ist noch wichtig anzumerken, dass Syslog extrem stark verbreitet ist. Dies ist auch eine der großen Stärken dieses Protokolls. Nur Syslog ermöglicht es, Meldungen wirklich unterschiedlichster Geräte und Programme zentral zu verwalten. Syslog ist für quasi alle Netzwerkgeräte verfügbar.


Empfang von Syslog auf Windows-Umgebungen

Meine Empfehlung:
Produktseiten: WinSyslog
MonitorWareAgent
Downloads: WinSyslog
MonitorWareAgent
Diese Seite als PowerPoint-Präsentation:
PowerPoint-Präsentation
WinSyslog
 Homepage
 Oft Gefragtes (FAQ)
 Artikel
 Windows XP
 Archiv
 Links
 Bücher
 Impressum
 Search
 

 



Printer Version Send this page to a friend

Copyright © 1988-2005 Adiscon GmbH All rights reserved.
Contact us via Secure Web Response | Privacy Policy
Topic Links: syslog